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Jörn Manz
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Jörn Manz wurde 1947 in Hamburg geboren. Nach dem Abitur 1966 an der Stormarnschule Ahrensburg studierte er Physik, bis zum Vordiplom 1968 an der Universität Hamburg und dann bis zum Diplom 1970 an der Universität München, mit einer Diplomarbeit auf dem Gebiet der Theoretischen Kernphysik bei G. Süßmann unter Anleitung von W. Stocker. Zu seinen akademischen Lehrern aus jener Zeit zählen die Mathematiker E. Witt, J. Sperner, C. Collatz (Hamburg) sowie die Theoretischen Physiker W. Döring (Hamburg) und F. Bopp, J. Salecker und A. Dehnen (München). Zur Promotion wechselte er an den neugegründeten Lehrstuhl für Theoretische Chemie unter Leitung von G. L. Hofacker an die damalige Technische Hochschule München, heute Technische Universität München TUM. Die Begeisterung für das neue Fach wurde durch den Besuch einer Sommerschule bei P.O. Löwdin in Schweden/Norwegen 1970 bestätigt. Hofacker zeigte ihm das damals vergleichsweise jungfräuliche Gebiet der quantenmechanischen Theorie zur Chemischen Reaktionsdynamik auf, das er dann ein Wissenschaftlerleben lang mitgestalten durfte. Anfang 1972 schloss er dazu seine Dissertation ab, 1978 folgte die Habilitation mit der Habilitationsschrift "Entwicklung von Methoden zur Behandlung molekularer Elementarprozesse", gefördert durch die beiden Post-Doktorate bei R. D. Levine am Weizmann Institute of Science, Rehovoth (1974/75) sowie bei D. J. Diestler als Humboldt-Preisträger an der Technischen Universität München (1975/76). Sein wissenschaftlicher Werdegang wurde durch Stipendien der Studienstiftung des deutschen Volkes, der Minerva-Stiftung und durch ein Habilitationsstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. 1985 wurde er für seine Entdeckungen einer neuen Art der chemischen Bindung, der sogenannten Schwingungsbindung (gemeinsam mit R. Meyer, E. Pollak und J. Römelt) sowie der Entwicklung neuer quantendynamischer Methoden für chemische Elementarreaktionen (gemeinsam mit J. N. L. Connor, W. Jakubetz und J. Römelt) mit dem Chemie-Dozentenpreis des Verbandes der Chemischen Industrie ausgezeichnet. Trotzdem stand er – zusammen mit etwa 50 Habilitierten – vor dem beruflichen Aus, denn während der gesamten 80er Jahre gab es keine einzige „normale“ Ausschreibung für eine Professur in Theoretischer Chemie. Die Rettung für ihn und zwei Kollegen brachte das Fiebiger-Programm. J. Manz wurde 1985 auf die erste C3-Fiebiger-Professur für Theoretische Chemie an die Universität Würzburg berufen. 1992 folgte der Ruf auf die C4-Professur für Theoretische Chemie an der Freien Universität Berlin FUB. Hier wirkte er von 1993 – 1999 als Geschäftsführender Direktor des Instituts für Physikalische und Theoretische Chemie.

1993 begründete er die Konferenzserie über "Femtosecond Chemistry". Seine Arbeitsgebiete sind "Zeitabhängige Phänomene und Methoden in Quantensystemen der Physik und Chemie", "Selektive Reaktionen Metallaktivierter Moleküle", "Analyse und Steuerung ultraschneller photoinduzierter Reaktionen", "Wasserstoffbrücken und Wasserstofftransfer".

Über viele Jahre gab es weitere fruchtbare Kooperationen mit A. Blumen (damals TU München, heute Freiburg), O. Nuyken (TU München), H. H. R. Schor (Belo Horizonte), W. Kiefer, H. Quast (Würzburg), C. Daniel (Strasbourg), G. K. Paramonov, M.V. Korolkov (Minsk), N. Došlić (Zagreb), Y. Fujimura (Sendai), R. B. Gerber, Y. Haas, R. Kosloff, S. Zilberg (Jerusalem), O. Deeb (AlQuds), T. Seideman (Evanston), A. D. Bandrauk (Sherbrooke) und wieder D. J. Diestler (Lincoln) sowie I. Barth, M. Leibscher, B. Schmidt, L. Wöste, Y. Zhao (FUB).

Seit 2009 ist J. Manz Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina.

Nach seiner Pensionierung 2012 blieb er Gastprofessor in der Arbeitsgruppe Theoretische Chemie seiner Nachfolgerin B. Paulus an der FU Berlin. Von 2013  -2015 arbeitete er zusätzlich jeweils vier Monate im Jahr als Professor am Institute of Laser Spectroscopy des State Key Laboratory of Quantum Optics and Quantum Optics Devices der Shanxi University in Taiyuan, China.