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Gundolf (Hans) Kohlmaier
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Gundolf Hans Kohlmaier wurde am 30.4.1933 als Sohn von Friedrich Kohlmaier, Architekt und Julie Kohlmaier geb. Popp in Stuttgart geboren. Das Abitur erfolgte im Jahr 1953 an der Oberschule für Jungen Stuttgart-Feuerbach. Gleich anschließend begann er das Chemiestudium an der Technischen Hochschule Stuttgart, mit Abschluss des Vordiploms 1956, Austauschstudent an der Technischen Hochschule Berlin von 1956-1957, und darauf folgend ein Master- und Doktor-Studiengang an der University of Washington, Seattle, USA mit Hilfe eines Fulbright-Stipendiums. Nach der Masterarbeit wurde eine Dissertation mit dem Titel: „Collisional Deactivation of Vibrationally Excited Butyl Radicals by Inert Gases” unter der Betreuung von Professor Benton Seymour Rabinovitch durchgeführt, die 1962 zum Doctor of Philosophy, Ph.D. führte. Nach einem Jahr als Teaching Assistant und Research Fellow in Seattle begann im Jahr 1963 die Post-Doc Zeit bei Professor Hermann Hartmann, dem damaligen „Papst der Theoretischen Chemie“. Ein gemeinsames Buch mit Dr. H. Heydtmann, Dr. J. Heidberg und Prof. H. Hartmann über „Chemische Elementarprozesse“ zeigte einen Schwerpunkt der Forschungsrichtung, nämlich molekulare Dynamik, auf. Ein zweiter Schwerpunkt war die Berechnung der Wechselwirkung von Ionen im Natrium- und Caesiumchlorid-Gitter, der dann auch zur Habilitationsschrift im Jahr 1968 mit dem Titel: „Multipol-Polarisierbarkeiten für Atome und Ionen mit Edelgaskonfiguration (Theoret. chim. Acta 7, 189, 1967) und Berechnung der Polarisationsenergie in Ionenkristallen (Theoret. chim. Acta 7, 196, 1967) führte. Während in den ersten folgenden Jahren noch die intramolekulare Energieübertragung im Vordergrund stand, verschob sich das Interessengebiet in den Jahren nach 1972 deutlich von der Theoretischen Chemie weg zu der mathematisch fundierten Beschreibung von „Chemie und Umwelt, einer ökologische Untersuchung chemischer Prozesse in Natur und Technik“ (DECHEMA Fortbildungskurs 1974-1977). Vielleicht eine der wichtigsten Untersuchungen war die theoretische Beschreibung der Biosphäre im biogeochemischen Kohlenstoffkreislauf, dem sog. Frankfurter Biosphärenmodell. Das Modell wurde 1991 mit dem Philip-Morris Forschungspreis: „Herausforderung Zukunft“ ausgezeichnet. Eine große Anzahl von Mitarbeitern waren an diesem Projekt beteiligt. Die Tätigkeit als Professor für Physikalische und Theoretische Chemie seit 1971 an der Johann Wolfgang Goethe Universität in Frankfurt wurde durch zahlreiche Forschungsaufenthalte an Universitäten und Forschungsinstituten im Ausland bereichert.

1966 Advanced Studies Center Battelle Institute, Geneva, Switzerland

1967 Vorlesungsreihe über Thermodynamik, University of California, Berkeley

1978 - 1979 Vorlesungsreihe über den Kohlenstoffkreislauf, University of California, Berkeley

1982 - 1983 Gemeinsames Forschungsprojekt, Scripps Institution of Oceanography, mit R. Revelle und C. D. Keeling, University of California, San Diego

1990 Vorträge über den Kohlenstoffkreislauf, University of Louvin-la-Neuve, Belgien

1991 Vorträge über Modellierung von Wiederaufforstung, Tropical Science Center Costa Rica

1995 Forschungund Vorträe über den CO2-Düngungseffekt, University of Paris, Orsay

1996 - 1999 Vorträge über den Kohlenstoffkreislauf, National Australian University

2000 Carnegie Institution of Washington and Center for International Studies, Stanford University, California, USA

 

Arbeitsgebiete: Physikalische und Theoretische Chemie; Umwelt; Klima und Biosphäre; Dynamik des globalen C-Zyklus und Treibhauseffekt; Ökologische Modellierung

 

Quelle: Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 2001